Drive

Die Filmempfehlung von Drive liegt mir am Herzen weil ich ihn wahrscheinlich nicht gesehen hätte wenn ihn mir nicht selbst jemand empfohlen hätte.

Drive… Ryan Gosling… der Nachts für Verbrecher beurteilungsfrei den Fahrer macht, actionreiche Verfolgungsrennen, dieser eine Job der schief geht und jemanden retten sollte. Das klingt schon so nach Fast And The Furios oder The Transporter. Ne danke… Aber weit gefehlt, so was von weit gefehlt.

Der Trailer zeigt ziemlich viele Schlüsselstellen des Filmes aber er vermittelt nicht unmittelbar die immense Stimmung die z. B. herrscht wenn der Protagonist nachts mit seiner Nachbarin durch L.A. fährt und der Soundtrack einsetzt. Vor allem die erste Hälfte des Filmes wird sehr ruhig erzählt, es wird wenig geredet; oft wartet man gefühlte 2 Minuten auf eine Reaktion des namenlosen Fahrers nur um dann ein smartes lächeln zu bekommen. Ein Mann der wenigen Worte ala Clint Eastwood aus The Man With No Name. Oder das Gefühl das einsetzt wenn die Stille einem tickendem Beat weicht, der Puls steigt und die Action einsetzt. Grösste Romantik und brutalste Gewalt auf engstem Raum, wie die Wendestelle im Fahrstuhl. Die Regie dämmt das Licht, der Protagonist nimmt die Frau leicht zur Seite und küsst sie um danach dem mitfahrenden Gangster den Schädel einzutreten. Danach ist das gewalttätige Potential gegenüber der Liebe offenbart und die stylische Jacke mit dem ikonischen Skorpionaufnähers mit Blut besudelt.

Drive ist intensiv, auch dank des poppigen Synthie Soundtracks von Cliff Martinez, der hochkarätigen Besetzung bis in die Nebenrollen und vor allem der handwerklichen herausragenden Kameraarbeit. Wenn dann der Abspann läuft ist man sich sicher: der Film ist ein Instant Klassiker. Ein Comic Gore, Neo-Noir Art House Genrefilm im zeitlosen Design.

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