Einer meiner Lieblingstätigkeitsfelder im Bereich der Fotografie ist die Makrofotografie. Kleine Dinge groß darstellen. Nun besitze ich zur Zeit aber noch kein leistungsfähiges Makroobjektiv was aber dank eines alten Tricks nicht weiter tragisch ist.
Ein sogenannter Retroadapter ermöglicht es sehr preisgünstig ein normales Objektiv umgekehrt auf den Kamera Body zu schrauben. Durch die Umkehrung der Optik bilden Weitwinkelobjektive statt eines sehr großen Bereiches stark verkleinert das Motiv stark vergrössert ab.
Der Nachteil eines solchen primitiven Umkehrringes ist z. B. das der Kamera wichtige Informationen zur Blendenöffnung, Helligkeitsberechnung etc. fehlen und man alle Einstellungen manuell vornehmen muss da die Verbindung der Objektivelektronik zur Kamera fehlen. Ist man bereit etwa 100€ zusätzlich auszugeben gibt es Adapter die eine entsprechende Verbindung über ein mitgeführtes Kabel weiterreicht aber viel cooler fände ich es die notwendigen Aderpaare selbst an zu löten, nächstes Projekt ich hör dich trapsen.
Aber auch manuell lassen sich z. B. mit dem Standard Kit Objektiv 18-55mm einer EOS Kamera beeindruckende Ergebnisse erzielen. Als Beispiel kann der Interessierte sich meine flickr Sammlung anschauen. Winzige Elektronikbauteile und Mikrochips wurden auf beachtliche Größe abgelichtet. Für einen finanziellen Einsatz von ca. 15-20€ ergeben sich hier viele Möglichkeiten.
Nun sind aber die genannten Beispiele leblose unbewegte Objekte. Man kann mit einem Stativ arbeiten, in Ruhe die Tiefenschärfe einstellen und die Lichtquellen genau justieren. Anders sieht es bei bewegten Motiven wie z. B. lebenden Tieren aus. Durch die umgedrehte Linse hat man je nach Vergrösserung einen wirklich sehr sehr kleinen Tiefenschärfebereich. Ich spreche hier von wenigen mm.
Umso weniger Hoffnung hatte ich daher bei folgenden Experiment: Makrofilmaufnahmen in Full HD Video Modus. In meinem Heim steht ein Nano Aquarium mit verschiedenen Garnelen als Bewohner. Da ich davon ausgegangen bin nur mal zu testen und zu gucken wie gut die Ergebnisse werden bin ich auch relativ halbherzig an die Sache heran gegangen und habe mehr oder weniger freihändig sowie ohne spezielle Beleuchtung als Hilfsmittel einige Clips aufgenommen. Das grösste Problem stellt das justieren auf den Schärfebereich dar. Bewegt man die Kamera 2mm nach vorne oder hinten ist das Motiv je nach Brennweite schon verschwommen. Dazu kommt das Garnelen ganz schön nervöse Tierchen sein können die wenig Verständnis zeigen als Motiv aufgenommen zu werden. Ein justieren über den Ring am Objektiv schneidet fast immer aus, zu fein und zu flott muss man hier nachstellen. Lösung des Problems war für mich dank fehlendem Equipment wie z. B. Markoschiene die Kamera auf mein Stativ zu stellen und damit die Kamera vor und zurück zu kippen. Eine sehr wacklige Angelegenheit. Nach Begutachtung der Aufnahmen stellte sich jedoch schnell heraus das sich die Ergebnisse sehen lassen können. Aus einem grossen Pool von Filmschnipseln habe ich dann die Aufnahmen die am wenigsten verwackelt waren zu einem kleinen Filmchen zusammen geschnitten. Hier auch nochmal ein Dank an Jan von Heisterkamp für die speziell angepasste Version von Alaska die als Ambientmusik dient.
