Zu einer der bedeutsamsten Aufgabe in einem Menschenleben gehört zweifelsohne die verantwortungsvolle Aufzucht des Nachwuchses. Und damit ist nicht nur ernähren und beschützen gemeint bis er sich selbst versorgen kann sondern vor allem auch das Weitergeben von Wissen und das Vermitteln von ethischen Werten. Dies ermöglicht unserer Spezies, auf diesem Planeten einzigartigen Weg, sich weiter zu entwickeln.
Nach dieser Vorgabe versuche ich nach besten Wissen und Gewissen auch meine Tochter zu einem eigenständig denkenden, intelligenten Menschen zu erziehen. Dazu gehört auch der Umstand ihr keinen Glauben aufzubürden für den sie sich nicht selbst aktiv und bewusst entscheiden konnte.
Und hier ergeben sich, zumindest im meinem persönlichen Umfeld, einige kleine Widerstände. So ist es für manche Familienmitglieder unverständlich das Kind nicht zur Kommunion zu schicken. Immerhin macht man das ja so, ohne fehlt ja irgendwas ohne das mir jemand sagen könnte was das wäre. Ja manche sprechen sogar davon das das Kind darunter leiden würde da alle anderen Kinder ja zur Kommunion gehen würde nur sie nicht.
Wie man sieht habe ich den ersten Fehler schon damit begonnen das Kind Taufen zu lassen und ihr die Römische Katholische Konfession eintragen zu lassen. Obwohl ich mich damals schon nicht der Katholischen Glaubensansicht zugeschrieben habe war sie eingetragene Konfession bei mir wie auch der bei Mutter. Wir beide bekamen sie von unseren Eltern wie diese von ihren Eltern usw. Diesen Kreislauf will ich durchbrechen. Als ich Alt und Reif genug war mir wirklich darüber Gedanken zu machen ob ich Gläubiger Katholik sein will entschied ich mich nicht an der Konfirmation teilzunehmen und schließlich im Erwachsenenalter auch aktiv aus der Glaubensgemeinschaft auszutreten.
Wenn mein Nachwuchs sich wirklich dazu entscheiden sollte, nachdem ich sie mit aufgeklärter Humanistischer Art und Weise aufgezogen habe, sie bräuchte eine Religion um ein besseres Leben zu leben soll sie unvorbelastet und bitte schön auch mit grösster Wahlfreiheit sich für eine Glaubensrichtung jeglicher Art entscheiden können. Aber bleiben wir Realistisch; wer er eine offene und aufgeklärte Erziehung genießt wird mit an grösster Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts in seinem Leben oder Gedankenwelt vermissen was ihm irgendeine Religion bieten könnte.

So listet z. B. Richard Dawkins in seinem Buch “Der Gotteswahn” folgende neue 10 Gebote auf die er von einer Atheistischen Website aufgesammelt hat:
- Was du nicht willst das man dir tue das füge auch keinem anderen zu.
- Strebe immer danach keinen Schaden anzurichten.
- Behandle deine Mitmenschen, andere Lebewesen und die Welt im Allgemeinen mit Liebe, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Respekt.
- Sieh über Böses nicht hinweg und scheue dich nicht Gerechtigkeit walten zu lassen aber sei immer bereit schlechte Taten zu verzeihen wenn sie freimütig eingestanden und ehrlich bereut werden.
- Führe dein Leben mit einem Gefühl von Freude und Staunen.
- Strebe stets danach Neues zu lernen.
- Stelle alles auf den Prüfstand, miss deine Ideen immer an den Tatsachen und sei bereit auch lieb gewordene Überzeugungen über Bord zu werfen wenn sie sich nicht mit der Wirklichkeit vereinbaren lassen.
- Versuche nie zu Zensieren oder dich von Meinungsverschiedenheiten abzukapseln. Respektiere immer das Recht der Anderen anderer Meinung zu sein als du.
- Bilde dir Aufgrund deiner eigenen Vernunft und Erfahrung eine unabhängige Meinung. Lass dich nicht blind von anderen führen.
- Stelle alles in Frage.
Alles in allem ein sehr würdiger Ersatz für die 10 Gebote der Juden, Christen und Muslime oder nicht? Vergleicht doch mal selbst und bildet eure eigene Ansicht.
Richard Dawkins würde die Gebote aber nicht achten wenn er sie selbst nicht in Frage stellen würde und so fügt er zu einigen der Gebote die er sich zu eigen nimmt seine eigenen hinzu wie z.B.:
- Erfreue dich an deinem eigenen Sexualleben solange es keinem anderen Schaden zufügt. Und lass andere sich des ihren ebenfalls erfreuen, ganz gleich welche Neigungen sie haben. Die gehen dich nichts an.
- Diskriminiere oder unterdrücke nicht aufgrund von Geschlecht, Rasse oder soweit möglich biologischer Art.
- Indoktriniere deine Kinder nicht. Bring ihnen bei selbstständig zu denken, Belege zu beurteilen und anderer Meinung zu sein als du.
- Beurteile die Zukunft nach einem Zeitmaßstab der größer ist als dein eigener.
Man braucht die Religion nicht um ein guter Mensch zu sein; Ethik sollte Intelligenz- und Vernunftbegabt bestimmt werden. Als Ergebnis selbstbestimmten und selbstreflektierendem Handeln. Aber eine wichtige Vorraussetzung dafür ist das wir eine solche Denkweise an unsere Nachkommen vermitteln, ihnen die Werkzeuge in die Hand geben ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen befreit von Dogmen.
When dogma enters the brain, all intellectual activity ceases(Robert Anton Wilson)
