Für ein grosses Musiklabel wie der Universal Music Group gibt es relativ einfaches und unkompliziertes Rezept um einen Chart Hit zu platzieren. Man nehme einfach einen bekannten Artist wie 50 Cent und lässt ihn featuren von einem Top Act ala Justin Timberlake. Dazu steckt man einen riesen Haufen Kohle in die Produktion des Musikvideos mit eindrucksvollen Effekten, schnellen Autos und natürlich hübschen Frauen. Wenn jetzt auch noch der Hitgarant der Industrie, Timbaland, die Produktion führt und ein paar knallige Beats dazu schustert hat man seinen Charterfolg sicher. Das hier und da vielleicht ein paar bekannte Sequenzen den Anschein erwecken Timbaland hätte sich hier von der Demoszene ein paar Ideen “ausgeliehen” mag ich ihm gerne verzeihen, dafür hat der Track mir schon zu oft schöne Klänge aus den Autolautsprechern gezaubert.
Das man diesen “anspruchsvollen” Text auch sehr schön als Akustikversion präsentieren kann beweist der belgische Songschreiber Milow mit seiner Cover Version von Ayo Technology. In Belgien und der Niederlande konnte er sich damit schon auf die vordersten Ränge der Charts platzieren und auch im Internet stößt er auf rege Aufmerksamkeit. Mir mag seine Version selbst gut gelungen erscheinen und das Video finde ich sehr schick produziert, was es jetzt aber mit der Geschichte um die Bienen und ihre Königin auf sich hat, und warum dem armen Kerl Honig nur so runterläuft, ja darüber muss ich noch ein wenig grübeln. Toll sieht es auf jede Fall mal aus und es wird auch wesentlich weniger Budget verbraten haben als das Vorbild.
Mir persönlich gefallen solche Neuinterpretationen ja solange sie gut umgesetzt worden sind. Ein herrliches Beispiel für einen weiteren Hit der in einer Coverversion gänzlich anders daher kommt ist Black Sabbath’s Paranoid. Hier hat Gus Black für einer meiner Lieblingserien Californiacation den Song etwas anders vorgetragen als das Original.
Hier hab ich mal einen Youtube Link dazu.

