Installation eines Gastbetriebssystem unter VirtualBox per SSH und RDP sowie einer Prise OS X

Virtual Box

Richtige Männer administrieren ihre IT doch komplett über einen Kommandozeileninterpreter. Sagt man doch so oder? Windows oder OS X sind doch nur Klicki-Bunti-Betriebssysteme, auch das hört man öfters. Okay die armen Windows User können einen mit ihrer schäbigen cmd.exe auch wirklich leid tun, darüber zu flamen käme dem Verhalten gleich einen umgekippten Rollstuhlfahrer mit ausgestrecktem Zeigefinger auszulachen und zusätzlich in die Seite zu treten. Bei OS X verhält man sich da schon ein wenig vorsichtiger, immerhin soll sich ja irgendwo unter der Aqua Oberfläche, ganz heimtückisch versteckt, ein UNIX befinden. Und das ist doch jetzt DAS Ding für echte Männer oder? Nun ja lassen wir das mal bei Seite, ein standardisierter Betriebssystemunterbau inklusive bewährten Shells/CLI/Kommandozeileninterpreter ist nicht die Glückseligkeit alleine. Selbst wenn sich jetzt im Falle eines OS X z. B. alle Aspekte des Betriebssystems über die Terminal.app bedienen lassen ist man dennoch darauf angewiesen das die Hersteller vom Fremdapplikationen ihre Programme komplett darauf auslegen über eine Shell bedienbar zu sein. Um zu verdeutlichen was ich damit meine werde ich in dem folgenden Abschnitt zeigen wie man ein Gastbetriebssystem in VirtualBox über eine entfernte SSH Verbindung einrichtet um es anschließend per RDP über den lokalen Bildschirm zu installieren.

Nehmen wir also mal an wir haben ein entfernten OS X Rechner auf dem wir VirtualBox installieren wollen. Nehmen wir weiter an das auf dem entfernten Rechner der SSH Server läuft, ansonsten hat jemand verpennt unter den Systemeinstellungen/Sharing/Entfernte Anmeldung das Häkchen zu setzen. Nehmen wir auch an das wir das passende DMG schon auf unserer lokalen Platte liegen haben. Kopieren wir es also von unserem lokalen Rechner auf den entfernten. Um das zu schaffen muss man nichtmal ein richtiger Kerl sein sondern nur entscheiden wie man(n)s macht.

Per SCP z. B.: scp VirtualBox-2-1.0.4-38406-OSX_x86.dmg username@adresse_remote:/path/to/woauchimmer
Oder wie wäre es mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen und die knappen 40MB per rsync rüber zu schaufeln, dann können wir im Falle eines Netzwerk Interrupts den abgebrochenen Transfer wieder aufnehmen und haben eine schicke menschenlesbare Progressanzeige: rsync -Ph VirtualBox-2-1.0.4-38406-OSX_x86.dmg username@adresse_remote:/path/to/woauchimmer

Loggen wir uns nun per SSH auf den entfernten Rechner ein: ssh username@adresse_remote und mounten das DMG Image. Dabei hat man(n) schon wieder Möglichkeiten wie er es anstellen könnte z. B. hdiutil mount VirtualBox-2-1.0.4-38406-OSX_x86.dmg oder ein schlichtes open VirtualBox-2-1.0.4-38406-OSX_x86.dmg.

In den meisten Fällen sind OS X Applikationen so genannte Bundles die man nur ins Applikationsverzeichnis kopieren muss um sie zu installieren, VirtualBox ist jedoch eine Software die in gewissen Stellen des Betriebssystems Änderungen vornehmen muss um zu funktionieren, daher kommt es mit einem spezielleren Paket welches über einen Installer ins System integriert werden muss. Unter dem Pfad /Volumes/VirtualBox/ finden wir dieses VirtualBox.mpkg Paket welches wir mit sudo installer -pkg /Volumes/VirtualBox/VirtualBox.mpkg/ -target / wirklich schnell und unkompliziert installiert haben. Die Virtualisierungssoftware hätten wir nun, Ordnungsfetischisten unmounten bestimmt nun die DMG sofort wieder und wissen das hdiutil unmount /Volumes/VirtualBox/ genau jenes bewirkt. Brauchen wir also nur noch ein Betriebsystem das wir in diese VM installieren wollen. Da wir ja uns schon drauf geeinigt haben das UNIX genau das richtige für das starke Geschlecht ist hab ich mich für das neben Darwin einzige Open Source UNIX entschieden – OpenSolaris. Darwin läuft ja schon auf dem Hostbetriebssystem, Matryoshka Puppen sind da nicht so mein Ding, und im Falle von OpenSolaris und VirtualBox kommt sogar beides aus dem gleichen Hause, Sun. Beschaffen wir uns also ein ISO Abbild der OpenSolaris Distribution: curl -O http://www.genunix.org/distributions/indiana/osol-0811-100a.iso z. B. bannt eine zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes brandaktuelle Pre-Release Version der 2008.11er Version auf die Platte.

Nachdem wir diese Vorbereitungen abgeschlossen haben können wir endlich zum Grundthema zurück kommen und uns freuen das die meisten grossen Virtualisierungsspezialisten trotz einer schicken klickbaren Oberfläche nicht vergessen haben Kommandozeilentools mitzuliefern. Legen wir eine neue virtuelle Maschine an und registrieren sie:
VBoxManage createvm -name “OpenSolaris” -register

Passen wir ein paar Parameter für das Gastsystem an:
VBoxManage modifyvm “OpenSolaris” -memory “512MB” -acpi on -boot1 dvd -nic1 nat

Dann legen wir eine virtuelle Festplatte an:
VBoxManage createvdi -filename “osol.vdi” -size 8000 -register

Und definieren sie als erste virtuelle Festplatte:
VBoxManage modifyvm “OpenSolaris” -hda “osol.vdi”

Danach werden wir das eben heruntergelade ISO File registrieren:
VBoxManage registerimage dvd /Path/to/osol-0811-100a.iso

Und als Boot Medium konfigurieren:
VBoxManage modifyvm “OpenSolaris” -dvd /Path/to/osol-0811-100a.iso

Damit wir nun von unserem lokalen Rechner aus die Installation starten und überwachen können nutzen wir aus das VirtualBox einen eingebauten RDP Server besitzt und starten die virtuelle Maschine mit VBoxVRDP -startvm “OpenSolaris”. Ab diesen Augenblick kann man mit einem beliebigen RDP Client auf die Adresse des Remote Rechners zugreifen und das machen was Männer halt so machen. Zum Beispiel neben der OpenSolaris Installation die Dokumentation der VirtualBox lesen um heraus zu finden wie man verflixt noch mal ein Kennwort für den RDP Server setzt weil man sich schon gewundert hat das man(n) ohne Anmeldungsdaten drauf verbinden konnte.

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