Time Slider in OpenSolaris 2008.11

Ein wirklich nettes Feature haben sich die Entwickler der kurz bevorstehenden 2008.11er Version des Open Source Unix OpenSolaris da ausgedacht. Der Name lässt es fast schon erraten, Time Slider ähnelt vom Konzept her Apple’s Backup Lösung Time Machine, funktioniert unter der Haube aber gänzlich anders, ist im Gegensatz zur Time Machine Plug-In Architektur auf den Gnome File Browser begrenzt und bietet nicht das gleiche Look’n’Feel. Dennoch bietet es für den OpenSolaris Desktop einen gewaltigen Mehrwert, es bietet ein einfaches und schnell zugreifbares grafisches Interface zu ZFS Snapshots.
Time Slider
ZFS Snapshots bieten die Möglichkeit mit dem geringst möglichen Platzbedarf Dateisystemunterschiede festzuhalten um so z. B. im Falle eines Falles Dateien wieder herzustellen die man eventuell gelöscht oder überschrieben hat. Unter OpenSolaris ist nun diese Snapshotfunktionalität von Hause aus eingeschaltet und wird von der Service Management Facility, kurz SMF, verwaltet. Ein Systemeinstellungsdialog ermöglicht zudem das komfortable editieren von Time Slider Einstellungen. Erwähnen sollte man allerdings das dieses überaus nützliche Feature per se kein Backup ersetzt sofern das Laufwerk einen defekt erleidet und keine Redundanz eines RAID (Mirroring, RAID-Z) bereit stellt, da die Snapshots, also die Unterschiede zum momentanen Stand des Dateisystems auf dem gleichen Datenträger lagern und ohne Ursprungsdaten auch nicht wieder rekonstruiert werden können. Prinzipiell sprechen wir hier also von einer Art Versionierung, eine Datensicherung auf andere Datenträger erledigen wir unter ZFS zum Beispiel mit den Befehlen zfs send und zfs receive.

Alles in allem bringt diese kleine grafische Integration in Gnome und Einbindung ins SMF einen handfesten Mehrwert von OpenSolaris gegenüber anderen Gnome basierten Desktops, auf die optische Darbietung will ich jetzt nicht eingehen, hey es ist Gnome, was will man da bitte schön reißen ;)

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